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Mittwoch, 25 März 2026

Medienbericht: SPD-Chef Klingbeil plant Abschaffung des Ehegattensplittings
Medienbericht: SPD-Chef Klingbeil plant Abschaffung des EhegattensplittingsDass das Ehegattensplitting die Benachteiligung von Frauen im deutschen Arbeitsmarkt festigt, ist Konsens in Fachkreisen. SPD-Chef Lars Klingbeil will es deshalb nun beenden.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will einem Bericht zufolge die steuerliche Begünstigung von Ehepartnern abschaffen. Klingbeils Pläne sehen nach Informationen der „Bild“ vom Mittwoch vor, das Ehegattensplitting im Rahmen der geplanten Steuerreform zu streichen. Demnach will Klingbeil mehr Anreize für Ehepartner schaffen, eine Arbeit aufzunehmen oder mehr zu arbeiten. Das soll helfen, das Arbeitsvolumen in Deutschland insgesamt zu erhöhen und einen Konjunkturaufschwung zu fördern.

„Bild“ beruft sich in dem Bericht auf Regierungskreise. Die SPD hatte im Bundestagswahlkampf für eine Reform des Ehegattensplittings geworben, große Teile der Union lehnen eine Reform jedoch ab.

Ehegattensplitting benachteiligt Frauen

Ökonomen sind sich seit Jahren weitgehend einig, dass das Ehegattensplitting die Benachteiligung von Frauen im deutschen Arbeitsmarkt festigt. Die Regelung belohnt verheiratete Paare mit großen Einkommensunterschieden steuerlich. Je größer der Einkommensunterschied ist, desto höher ist auch der Steuervorteil bei der gemeinsamen Steuererklärung.

Wird die Arbeitszeit des geringer Verdienenden erhöht, schmilzt der Vorteil und es bleibt vom Mehrverdienst meist netto nur wenig übrig. Dies führt dazu, dass Geringverdienende weniger Anreiz zur Arbeit haben – und meist sind das Frauen in Teilzeit, Minijobs oder ohne Erwerbsarbeit.

EU will Entwicklung neuer Verteidigungstechnologien mit 115 Millionen Euro fördern
EU will Entwicklung neuer Verteidigungstechnologien mit 115 Millionen Euro fördernDie EU will die Entwicklung neuer Verteidigungstechnologien beschleunigen und dafür ein Förderprogramm in Höhe von 115 Millionen Euro auflegen. Das "Agile" genannte Programm solle "unsere kreativsten Technologie-Unternehmen" der Rüstungsindustrie näher bringen, erklärte EU-Technologiekommissarin Henna Virkkunen am Mittwoch. Verteidigungskommissar Andrius Kubilius erläuterte, besonders kleinere Unternehmen könnten "Innovation, Flexibilität und kosteneffiziente Lösungen bringen".

Das Programm sieht vor, dass zunächst in einem Pilotversuch zwischen 20 und 30 Projekte mit jeweils einer bis fünf Millionen Euro unterstützt werden. Dabei soll der Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-Ups aus den EU-Ländern, Länder der Europäischen Freihandelszone Efta sowie der Ukraine gerichtet sein. Das Programm soll die Entwicklung und Erprobung von Verteidigungsinnovationen sowie deren Markteinführung beschleunigen. Als Beispiele nennt die Kommission KI- und Quantentechnologie sowie Drohnen.

"Agile" (deutsch: agil, beweglich, flexibel) ziele darauf ab, eine "beispiellos kurze Bewilligungsdauer von nur vier Monaten zu erreichen und Technologien innerhalb von ein bis drei Jahren zu den Streitkräften zu bringen", teilte die Kommission mit. Finanziert werden soll das Programm aus dem EU-Haushalt.

Der Kommissionsvorschlag muss nun noch vom Rat der EU-Länder und dem Europaparlament angenommen werden. Die Kommission geht davon aus, dass das Programm Anfang 2027 beginnen könnte.

ma/dja

Bundesregierung verabschiedet "Recht auf Reparatur" für Verbraucher
Bundesregierung verabschiedet "Recht auf Reparatur" für VerbraucherBei Geräten wie Waschmaschinen, Kühlschränken und Smartphones sollen Verbraucherinnen und Verbraucher künftig ein "Recht auf Reparatur" haben. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf, nach dem Hersteller künftig verpflichtet werden, bestimmte Produkte "mehrere Jahre zu einem angemessenen Preis zu reparieren", wie das Bundesverbraucherschutzministerium mitteilte. "Das stärkt Verbraucherinnen und Verbraucher - und führt zu mehr Nachhaltigkeit", erklärte Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig (SPD).

Dem Ministerium zufolge soll das Recht für alle Produkte gelten, für die Hersteller bereits nach derzeitiger Rechtslage Ersatzteile für eine bestimmte Zeit vorrätig halten müssen. Das sind etwa Handys und Tablets, Kühlschränke und Trockner.

Für Waschmaschinen und Wäschetrockner soll dies laut Ministerium für mindestens zehn Jahre und für Smartphones für mindestens sieben Jahre ab dem Moment gelten, "in dem die Produktion des Modells eingestellt wurde". Zudem sollen die Unternehmen verpflichtet sein, die Reparatur zu einem "angemessenen Preis" anzubieten. Mit den vorgeschlagenen Änderungen soll eine EU-Richtlinie zur Förderung der Reparatur von Waren umgesetzt werden.

"Mit dem neuen Recht auf Reparatur wollen wir es Verbraucherinnen und Verbrauchern einfacher machen, sich für eine Reparatur zu entscheiden", erklärte Hubig. Zudem sollen sie "einen Anreiz erhalten, sich bei einem defekten Produkt für eine Reparatur zu entscheiden, wenn sie auch eine Neulieferung verlangen könnten". So soll sich das Gewährleistungsrecht von zwei auf drei Jahre verlängern, wenn Verbraucher in einem solchen Fall ein Produkt reparieren lassen anstatt es auszutauschen.

Mit den Vorgaben solle klargestellt werden: "Lässt sich ein Produkt nicht reparieren, obwohl seine Reparierbarkeit normalerweise erwartet werden kann, begründet das einen Sachmangel und die Käuferin oder der Käufer hat Gewährleistungsrechte", erklärte das Ministerium weiter. So kann sich etwa bei einem Smartphone ein Recht auf Neulieferung ergeben.

Abweichende Vereinbarungen zur Reparierbarkeit in Kaufverträgen sollen dem aktuellen Gesetzentwurf zufolge zwar möglich sein, wie das Ministerium weiter mitteilte. Allerdings können Unternehmen bei Verträgen mit Verbrauchern demnach nur "mit einer ausdrücklichen Information und durch eine ausdrückliche und gesonderte Vereinbarung" von den Regelungen abweichen.

Iran-Krieg verschlechtert Stimmung in deutschen Unternehmen deutlich
Iran-Krieg verschlechtert Stimmung in deutschen Unternehmen deutlichDie Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im März deutlich verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank auf 86,4 Punkte, nach revidiert 88,4 Zählern im Februar, wie das Münchener Institut am Mittwoch mitteilte. "Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Unsicherheit unter den Unternehmen habe "spürbar" zugenommen.

Der Rückgang beim Geschäftsklimaindex sei auf "deutlich pessimistischere Erwartungen zurückzuführen", erklärte Fuest. "Massiv verschlechtert" haben sich demnach im Dienstleistungssektor insbesondere die Aussichten im Tourismus und in der Logistik. Zudem trübten nach Ifo-Angaben "Inflationssorgen der Bürger" die Aussichten sowohl im Groß- als auch Einzelhandel ein. Mit den laufenden Geschäften seien die Händler hingegen etwas zufriedener gewesen.

Auch im Bauhauptgewerbe habe sich das Geschäftsklima "deutlich verschlechtert", führte Fuest aus. Während die aktuelle Lage hier ebenfalls positiver beurteilt worden sei, habe es bei den Erwartungen zur künftigen Entwicklung "den stärksten Rückgang seit März 2022" gegeben. Auch im Verarbeitenden Gewerbe sank der Index im März nach zuvor mehreren Anstiegen in den Vormonaten. "Energieintensive Industrien sind am stärksten betroffen", erläuterte der Ifo-Präsident.

"Der Aufschwung steckt in der Straße von Hormus fest", kommentierte Konjunkturexperte Sebastian Wanke von KfW Research das veränderte Geschäftsklima. "Die hohen Öl- und Gaspreise sowie potenzielle Lieferschwierigkeiten spiegeln sich in den stark gesunkenen Geschäftserwartungen wider", erklärte er. Zwar halte sich die Beurteilung der Unternehmen zur aktuellen Lage "noch gut". Doch mit jeder Woche, die der Iran-Krieg andauere, werde die Stimmung in der Wirtschaft "weiter gedrückt und die Konjunktur wieder ausgebremst".

Ähnlich wertete Konjunkturanalyst Christoph Swonke von der DZ Bank die Entwicklung. "Die zarten Konjunkturhoffnungen der deutschen Wirtschaft verpuffen aufgrund der Krise im Nahen Osten immer mehr", erklärte er. "Je länger der Krieg dauert, desto schwerwiegender dürften die Auswirkungen auf die deutsche und die globale Wirtschaft werden."

Swonke warnte zudem vor Lieferkettenproblemen: Die Straße von Hormus sei "für mehr als nur Öl und Gas von Bedeutung", erläuterte er. "Zahlreiche andere wichtige Grundstoffe, etwa für die Landwirtschaft oder die Halbleiterproduktion, passieren normalerweise die Meerenge."

Brückenbauarbeiten: A24 erneut für Brückenarbeiten gesperrt
Brückenbauarbeiten: A24 erneut für Brückenarbeiten gesperrtPendler aufgepasst: Die A24 ist seit Mittwochmorgen im Westen Mecklenburg-Vorpommerns erneut dicht – sowohl in Richtung Hamburg als auch in Richtung Berlin. Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr.

Seit den Morgenstunden ist die Autobahn 24 im Westen Mecklenburgs sowohl in Richtung Berlin als auch in Richtung Hamburg erneut gesperrt. Zwischen den Anschlussstellen Hagenow und Wöbbelin im Kreis Ludwigslust-Parchim begann die Sperrung wie geplant, wie ein Polizeisprecher sagte.

Nach früheren Angaben der Autobahn-Gesellschaft soll die Sperrung voraussichtlich bis Donnerstag um 10.00 Uhr bestehen. Autofahrer und Autofahrerinnen werden aufgerufen, ausschließlich die ausgeschilderte Umleitung zu nutzen. In Fahrtrichtung Hamburg werden Fahrzeuge demnach an der Anschlussstelle Wöbbelin, in Richtung Berlin an der Anschlussstelle Hagenow von der Autobahn abgeleitet.

Behelfsbrücken sollen massive Behinderungen verhindern

Der Abschnitt ist zum wiederholten Mal in diesem Jahr gesperrt. Grund für die wiederkehrenden Sperrungen sind Brückenbauarbeiten. Nach früheren Angaben der Autobahn-Gesellschaft sollen bei Neu Zachun und Lüblow zwei Behelfsbrücken errichtet werden. Diese sollen bestehende Brücken ersetzen, die in keinem guten Zustand seien.

Über die zu ersetzenden Brücken verläuft die Fahrbahn in Richtung Hamburg. Die neuen Behelfsbrücken sollen lange und massive Behinderungen durch Brückenschäden verhindern. Im Fall der Fälle könnte der Verkehr dann zumindest über eine Seite der Autobahn geleitet werden.

"Verhalten wie ein Raubtier": Taucherin zeigt, wie man eine Hai-Attacke im Wasser verhindert
"Verhalten wie ein Raubtier": Taucherin zeigt, wie man eine Hai-Attacke im Wasser verhindertTaucherin Kayleigh Grant erklärt, wie man sich in der Gegenwart der Raubfische verhalten sollte. Gemeinsam mit einem Hai schwimmt sie im Wasser und zeigt, welche Fehler man unbedingt vermeiden sollte, um einen Angriff zu verhindern.

Taucherin Kayleigh Grant erklärt, wie man sich in der Gegenwart der Raubfische verhalten sollte. Gemeinsam mit einem Hai schwimmt sie im Wasser und zeigt, welche Fehler man unbedingt vermeiden sollte, um einen Angriff zu verhindern.

Terrororganisationen: Waffenlager in Europa: Haftstrafen für Hamas-Mitgliedschaft
Terrororganisationen: Waffenlager in Europa: Haftstrafen für Hamas-MitgliedschaftDie Terrororganisation Hamas ist nicht nur im Gazastreifen aktiv. Mehrfach sind in Deutschland Verdächtige verhaftet worden, die Waffen beschafft haben sollen. Nun gibt es ein Urteil.

Das Kammergericht Berlin hat vier Männer als Mitglieder der islamistischen Hamas zu Haftstrafen von viereinhalb bis sechs Jahren verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts waren die 36- bis 58-Jährigen als sogenannte Auslandsoperateure für Waffendepots der Terrororganisation in mehreren europäischen Staaten zuständig, die für Anschläge genutzt werden sollten. Die Vorwürfe der Bundesanwaltschaft hätten sich "zur vollen Überzeugung des Senats" bestätigt, sagte die Vorsitzende Richterin Doris Husch.

Als erstes Oberlandesgericht in Deutschland sei der Berliner Staatsschutzsenat mit der Frage befasst, ob es sich bei der Hamas um eine terroristische Vereinigung handelt, erklärte Husch. Mehr als ein Jahr nach Prozessbeginn zeigte das Gericht keine Zweifel daran, dass dies so ist. Es sprach die im Libanon gebürtigen Männer der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung für schuldig.

Damit haben sich aus Sicht des Gerichts die Vorwürfe der Bundesanwaltschaft im Wesentlichen bestätigt. Die oberste Anklagebehörde Deutschlands hatte Haftstrafen zwischen fünf und sieben Jahren beantragt.

Nach dem Urteil sollen die Männer für die Schaffung oder auch Auflösung von Waffendepots in Polen, Bulgarien und Dänemark zuständig gewesen sein. Die Hamas habe Vorbereitungen getroffen, um Anschläge auf israelische und jüdische Einrichtungen zu begehen, so Richterin Husch bei der Urteilsbegründung. Dafür habe die Terrororganisation bereits vor längerer Zeit Waffendepots in Europa angelegt

Die Bundesanwaltschaft sprach zu Prozessbeginn im Februar 2025 von einem Pilot-Verfahren. Erstmals in Deutschland seien Personen dem Anklagevorwurf ausgesetzt, sich als Mitglieder der ausländischen, terroristischen Vereinigung Hamas beteiligt zu haben, erklärte Bundesanwalt Jochen Weingarten.

Angeklagte bestreiten Hamas-Mitgliedschaft

Die Angeklagten bestreiten, Mitglieder der Hamas zu sein. Die Verteidiger dreier Männer plädierten jeweils auf Freispruch. Der Hauptangeklagte räumte im Prozess ein, das Waffenlager in Bulgarien aufgesucht zu haben. Nach seiner Schilderung ging es allerdings um "privaten Waffenhandel".

Das sei ein Fehler gewesen, so der 43-Jährige in seinem Schlusswort vor Gericht. Er bestritt jedoch vehement, als Mitglied der Hamas gehandelt zu haben. Sein Anwalt plädierte auf einen Schuldspruch wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und auf eine Strafe, die nicht über die Zeit hinausgeht, die sich sein Mandant bislang in Untersuchungshaft befand. Die Angeklagten wurden im Dezember 2023 festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Nach eigenen Angaben hatte die Bundesanwaltschaft kurze Zeit nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel vom Bundesamt für Verfassungsschutz einen Hinweis erhalten zu einer "konspirativen waffenbezogenen Operation der Hamas in Deutschland". Daraufhin seien verdeckte Ermittlungen aufgenommen worden. Diese führten schließlich dazu, dass die vier im Libanon gebürtigen Beschuldigten festgenommen wurden.

Weitere Verdächtige in U-Haft

In den vergangenen Monaten hat die Bundesanwaltschaft acht weitere Verdächtige im Zusammenhang mit mutmaßlicher Waffenbeschaffung für die Hamas festnehmen lassen. Die Waffen sollten nach Einschätzung der Ermittler für Mordanschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa dienen.

So hatte die Karlsruher Behörde Anfang Oktober 2025 drei mutmaßliche Hamas-Mitglieder in Berlin festnehmen lassen. Bis Ende des Jahres folgte eine Festnahme in London, eine an der deutsch-tschechischen und eine an der deutsch-dänischen Grenze. Im Januar war zuletzt ein Verdächtiger am Berliner Flughafen bei seiner Einreise aus Beirut festgenommen worden.

Heftige Kritik aus der SPD am Umbau des Förderprogramms "Demokratie leben"
Heftige Kritik aus der SPD am Umbau des Förderprogramms "Demokratie leben"Aus der SPD kommt erneut scharfe Kritik an den Plänen aus dem Familienministerium zum Umbau des Förderprogramms "Demokratie leben". Er halte es "für inakzeptabel" und ein "Riesenproblem", was gerade rund um das Programm passiere, sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese am Mittwoch. Mit dem geplanten Umbau würden demokratische Initiativen vor Ort "faktisch zum Verstummen" gebracht. Wieses Worten zufolge war dazu am Mittwoch auch ein Gespräch im CDU-geführten Familienministerium geplant.

Das 2015 gestartete Bundesprogramm "Demokratie leben" verfolgt das Ziel, zivilgesellschaftliches Engagement zu stärken und für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander zu sorgen. Teil des Auftrags ist auch die Arbeit gegen Radikalisierung und Polarisierung in der Gesellschaft. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hatte am Wochenende angekündigt, sie wolle "Demokratie leben" neu aufstellen, um eine höhere Effizienz beim Einsatz der Fördersumme von derzeit 191 Millionen Euro im Jahr zu erreichen.

Prompte Kritik daran wies das Ministerium zurück. Zwar sehen die Pläne vor, die Förderung für bestimmte Projekte bis Jahresende auslaufen zu lassen - doch hätten die betroffenen Projekte "die Möglichkeit, sich für 2027 gemäß der neuen Förderrichtlinie zu bewerben", sagte eine Sprecherin am Montag. Das Ziel des Programms stehe nicht in Frage, das Ministerium arbeite aber gerade an einer "Evaluation, die uns zeigt, wie wirksam dieses Programm ist".

Wiese sagte dazu, es gebe bereits "die ersten Rückmeldungen aus gewissen Kreisen, dass Demokratieprojekte eingestellt werden". Das werde gerade gesammelt. Beim Gespräch von Fachleuten der Fraktion in Priens Ministerium werde es darum gehen, "hoffentlich" zu Einsicht beim Koalitionspartner zu kommen.

Zu den Projektträgern, die von den Änderungen betroffen wären, gehören unter anderem die Amadeu Antonio Stiftung, der BUND, der Verein HateAid, das Medienunternehmen "Correctiv" und der Zentralrat der Juden. Besonders weil auch HateAid betroffen sei, könne er das Vorgehen nicht verstehen, sagte Wiese. HateAid setzt sich gegen digitale Gewalt und für die Strafverfolgung von Hasskriminalität im Internet ein und ist mit US-Sanktionen belegt.

Wiese stellte seine Kritik auch in einen größeren Zusammenhang und schlug einen Bogen zu Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos). Er hatte mehrere als linksgerichtet eingestufte Einrichtungen von der Vergabe des Deutschen Buchhandlungspreises ausgeschlossen und dies mit nicht näher bezeichneten Erkenntnissen des Verfassungsschutzes begründet. Es sei für ihn "eine Schwelle überschritten" und nicht gut, "wenn man meint, durch Vorselektion oder sonst etwas eine demokratische Debatte oder kritische Stimmen zu unterdrücken", sagte der SPD-Parlamentsgeschäftsführer.

Dröge kritisiert neues Klimaschutzprogramm als "dreiste Täuschung"
Dröge kritisiert neues Klimaschutzprogramm als "dreiste Täuschung"Die Grünen haben das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung als unzureichend und uneffektiv kritisiert. "Dieses Klimaschutzprogramm ist eine dreiste Täuschung", erklärte Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge am Mittwoch in Berlin. "Der Umweltminister darf ein paar zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen verkünden, während die Wirtschaftsministerin jeden Tag daran arbeitet, den Klimaschutz kaputt zu machen", kritisierte sie. "Während Schneider vorne noch die Fassade grün anmalt, zündet Reiche hinten das Haus an."

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) tue "mit Netzpaket, Gebäude- und Erneuerbare-Energien-Gesetz weiterhin alles, um den Ausbau der Erneuerbaren und die Wärmepumpe auszubremsen", kritisierte Dröge. Es sei "gegenüber der Öffentlichkeit unehrlich, wenn auf der einen Seite zusätzliche Windausschreibungen verkündet werden, und parallel das Netzpaket Windstandorte torpediert und Unternehmen gefährdet".

Dröge kritisierte es als "Farce", wenn Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) über Klimaschutz rede, und Wirtschaftsministerin Reiche beim Heizen wieder auf Öl- und Gasheizungen setze - "und damit die Menschen in die fossile Kostenfalle treibt".

Die Bundesregierung hätte in Zeiten hoher Energiepreise ein Programm vorlegen können, das die Menschen entlastet und gleichzeitig die Klimaziele erreicht, erklärte Reiche. "Sie hat sich dagegen fürs Schönrechnen, Abhängigkeit von Öl und Gas sowie für eine Politik der fossilen Kostenfallen entschieden."

Das Bundeskabinett hatte am Mittwochvormittag das neue Klimaschutzprogramm beschlossen. Die Regierung war gesetzlich verpflichtet, bis zum 25. März ein solches Klimaschutzprogramm vorzulegen, das plausible Maßnahmen für ein Erreichen der Klimaziele enthält - und zwar verbindlich für alle Sektoren. Dazu mussten betroffene Ressorts beim Umweltministerium von Carsten Schneider jeweils Vorschläge einreichen.

Nach dem Regierungsbeschluss wird das Maßnahmenpaket durch den unabhängigen Expertenrat für Klimafragen überprüft. Sollte es den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprechen, wären zudem Klagen vor Gericht möglich und wohl auch zu erwarten.

Deutschland hat sich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent verglichen mit dem Stand von 1990 zu senken. Bis 2040 muss eine Reduzierung um mindestens 88 Prozent erreicht sein, bis 2045 dann Treibhausgasneutralität. Dies ist auch im Klimaschutzgesetz festgeschrieben. Zudem gibt es EU-Vorgaben, die ebenfalls konkrete Emissionssenkungen vorgeben.

pw/hei

Distanzunterricht
DistanzunterrichtIn einer in eine Notunterkunft umgewandelten Schule in Dekwaneh, einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut, unterstützt eine Frau ein Kind beim Online-Unterricht über ein Mobiltelefon.
Fußball: Vertrag verlängert: Torhüterin Herzog bleibt bei RB Leipzig
Fußball: Vertrag verlängert: Torhüterin Herzog bleibt bei RB LeipzigElvira Herzog bleibt bis 2028 bei RB Leipzig. Die Schweizer Nationalspielerin hat ihren Vertrag vorzeitig verlängert.

Fußball-Bundesligist RB Leipzig hat Torhüterin Elvira Herzog weiter an sich gebunden. Die Schweizer Nationalspielerin verlängerte ihren Vertrag vorzeitig bis 30. Juni 2028.

Die 26-Jährige war im Sommer 2022 vom 1. FC Köln nach Leipzig gewechselt. Bisher absolvierte sie 91 Pflichtspiele für RB. "Sie hat in den vergangenen Jahren enorme Schritte in ihrer Entwicklung gemacht", sagte Viola Odebrecht, Leiterin Frauen- und Mädchenfußball.

Wunschlampions
WunschlampionsIm buddhistischen Tempel Jogyesa im Zentrum von Südkoreas Hauptstadt Seoul befestigt ein Mitarbeiter zum Lotuslaternenfestival anlässlich von Buddhas Geburtstag Wunschkarten an bunten Lampions.
Ifo-Index sinkt: Ifo: Iran-Krieg beendet vorerst Hoffnung auf Aufschwung
Ifo-Index sinkt: Ifo: Iran-Krieg beendet vorerst Hoffnung auf AufschwungIfo-Präsident Fuest sieht die erhoffte Erholung der Wirtschaft mit dem Nahost-Krieg vorerst gestoppt. Unternehmen blicken skeptischer in die Zukunft, zeigt das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im März wegen des Iran-Kriegs deutlich verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima fiel um 2,0 Punkte auf 86,4 Punkte, wie das Münchner Forschungsinstitut in München mitteilte. Der Rückgang fällt damit in etwa so aus, wie Analysten es erwartet hatten.

Die Unternehmen haben ihre aktuelle Geschäftslage zwar unverändert eingeschätzt. Die Erwartungen an die künftigen Geschäfte wurden dagegen deutlich schwächer bewertet. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor und im Einzelhandel trübte sich die Stimmung ein. In der Baubranche sanken die Erwartungen sogar so stark wie seit dem Ukraine-Krieg März im 2022 nicht mehr.

"Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der monatlichen Umfrage unter 9.000 Unternehmen.

"Aufschwung in der Industrie erst einmal vom Tisch"

Der Rückgang des Ifo-Index komme angesichts der Eskalation am Golf mit dem scharfen Anstieg der Energiepreise nicht überraschend, schrieb Jens-Oliver Niklasch, Ökonom bei der Landesbank LBBW. "Die Fortsetzung des verhaltenen Aufschwungs in der deutschen Industrie ist damit erst einmal vom Tisch."

Der Einbruch der Ifo-Geschäftserwartungen spiegle die berechtigten Sorgen der deutschen Unternehmen über den Nahost-Krieg wider, meint Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Wenn der Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus noch ein, zwei Monate anhielten, wäre der wirtschaftliche Schaden für Deutschland deutlich spürbar."

Was bleibt von der Konjunkturerholung?

Mit dem Iran-Krieg sind die Öl- und Gaspreise deutlich gestiegen. Das schürt Sorgen, dass die Inflation anzieht und der erhoffte Aufschwung der deutschen Wirtschaft deutlich kleiner ausfällt. Ökonomen haben bereits ihre Prognosen gesenkt. Eigentlich sollte die deutsche Wirtschaft dank staatlicher Milliardenausgaben für Infrastruktur und Verteidigung dieses Jahr wieder um rund ein Prozent wachsen, nachdem sie 2025 mit einem Mini-Wachstum nur knapp am dritten Rezessionsjahr in Folge vorbeigeschrammt war.

"Die zarten Konjunkturhoffnungen der deutschen Wirtschaft verpuffen aufgrund der Krise im Nahen Osten immer mehr", schrieb Christoph Swonke, Konjunkturanalyst der DZ Bank. Das Institut erwarte wegen des Iran-Kriegs 2026 nur noch ein Wachstum von 0,8 Prozent.

Auf der Startrampe
Auf der StartrampeNach wochenlanger Verzögerung wegen technischer Probleme bereitet die US-Raumfahrtbehörde Nasa im Kennedy Space Center in Cape Canaveral die Artemis-2-Mission für einen erneuten Startversuch Anfang April vor.
Brände: Brand in Harzer Tourismusattraktion Pullman City
Brände: Brand in Harzer Tourismusattraktion Pullman CityDie Westernstadt zieht immer wieder viele Touristen an. In einer Gaststätte brach ein Feuer aus. Wie viel bislang dazu bekannt ist.

In der touristischen Westernstadt Pullman City im Harz hat es in einer Gaststätte gebrannt. Das Feuer sei am Mittwochmorgen aus bislang unbekannter Ursache ausgebrochen, verletzt wurde niemand, sagte der dortige Stadtwehrleiter auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Mehrere Ortsfeuerwehren seien demnach mit insgesamt 65 Kräften im Einsatz gewesen. Der Brand habe schnell gelöscht werden können.

Die rund 20 Hektar große Touristenattraktion hat im vergangenen Jahr eigenen Angaben nach rund 250.000 Gäste bei sich begrüßt. Neben mehreren Gaststätten gibt es dort auch Museen und Ladengeschäfte. Außerdem kann man in der Westernstadt unweit des Brockens auch übernachten.

Gehalt: So viel verdienen Sachsen im Durchschnitt
Gehalt: So viel verdienen Sachsen im DurchschnittStaatsanwälte und Ärzte zählen zu den Topverdienern in Sachsen. Die Gehaltsunterschiede zwischen einzelnen Berufen und Abschlüssen betragen mehrere Tausend Euro pro Monat.

Wer in Sachsen Vollzeit arbeitet, verdient durchschnittlich 4.100 Euro brutto pro Monat. Das teilte das Statistische Landesamt unter Berufung auf aktuellste Daten mit Stand April 2025 mit. Entscheidend für die Höhe des Gehalts sind demnach Beruf und Bildungsabschluss.

Die Spanne ist dabei groß: Beschäftigte mit Berufsabschluss bekommen im Schnitt monatlich 3.543 Euro, mit Promotion oder Habilitation sind es 8.886 Euro. Allgemein ist der Bruttoverdienst bei Berufen, die eine akademische Bildung erfordern, höher. Zu den Topverdienern zählen Staatsanwälte mit durchschnittlich 8.960 Euro und angestellte Ärzte mit 7.877 Euro.

Bei den Ausbildungsberufen liegen Krankenpfleger mit 4.274 Euro über dem Gesamtschnitt. In den Handwerksberufen sind die Verdienste dagegen unterdurchschnittlich. So erhielten etwa Mauer 2.844 Euro, Maler und Lackierer 2.903 Euro und Dachdecker 3.126 Euro.

Optische Industrie: Neuer Chef, neues Jahr: Jenoptik erhöht Zahlung an Aktionäre
Optische Industrie: Neuer Chef, neues Jahr: Jenoptik erhöht Zahlung an AktionäreJenoptik ist eines der umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen in Ostdeutschland. 2025 war schwierig - in mehrfacher Hinsicht. Warum es 2026 besser laufen soll.

Nach einem turbulenten Jahr mit Veränderungen an der Spitze von Vorstand und Aufsichtsrat rechnet die börsennotierte Jenoptik AG 2026 mit einem wirtschaftlichen Aufwärtstrend. Vor allem die Nachfrage aus der Halbleiterindustrie, für die Jenoptik Produktionsausrüstungen liefert, habe angezogen, teilte der Vorstand in Jena mit.

2026 werde nach dem Rückgang im Vorjahr wieder ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich bei verbessertem Ertrag erwartet. Trotz des Gewinneinbruchs 2025 soll die Dividendenzahlung an die Aktionäre leicht steigen.

Wichtige Märkte laufen besser

Vorgeschlagen sei, dass die Ausschüttung an die Aktionäre von 0,38 auf 0,40 Euro pro Anteilsschein erhöht wird, so der Vorstand. Damit würden insgesamt 22,9 Millionen Euro ausgeschüttet. Zu den Aktionären des Optik-Unternehmens gehört auch eine staatliche Thüringer Beteiligungsgesellschaft.

Jenoptik blicke angesichts einer erwarteten positiven Entwicklung in den wichtigen Märkten Halbleiter, Medizintechnik, Messtechnik sowie Mobilität positiv in die Zukunft, erklärte Finanzvorstand Prisca Havranek-Kosicek. Erwartet werde angesichts angekündigter massiver Investitionen in Datencenter eine grundsätzlich positive Entwicklung der Halbleiterausrüstungsindustrie.

Neuer Vorstandschef spätestens im Oktober

Jenoptik wird nach dem überraschenden Abgang von Vorstandschef Stefan Traeger im vergangenen Jahr einen neuen Chef bekommen. Spätestens im Oktober soll der Physiker Dominic Dorfner neuer Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG werden, hatte das Unternehmen einen Tag vor der Bilanzpräsentation mitgeteilt. Dorfner leite derzeit noch den Anbieter für Leistungselektronik Semikron Danfoss mit etwa 4.000 Beschäftigten. Er wurde als Jenoptik-Chef vom Aufsichtsrat zunächst für drei Jahre berufen.

Rückkehr in den MDax

Nach der Geschäftsbilanz, die Havranek-Kosicek vorlegte, verbuchte Jenoptik 2025 einen Umsatzrückgang von 6,3 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern sank von 94,2 Millionen auf 74,2 Millionen Euro. Der Auftragseingang lag mit 993 Millionen Euro rund drei Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Jenoptik gehört mit weltweit knapp 4.100 Mitarbeitern zu den wenigen börsennotierten Technologieunternehmen in Ostdeutschland. Das Unternehmen ist vor wenigen Tagen nach einer mehrjährigen Pause wieder in den MDax der Frankfurter Börse aufgestiegen. Kerngeschäft sind optische Systeme, Laser und Messtechnik für industrielle Anwendungen sowie Laser und Ausrüstungen für die Verkehrsüberwachung.